Flotte Sprüche, ein bisschen Doping und ein Minimalziel

Ensingen gewinnt das dritte Beach-Indiaca-Turnier – Roßwag mit 17:9 geschlagen

Drittes Beach-Indiaca-Turnier im Vaihinger Sandkasten auf dem Marktplatz: Es ist eine Mischung aus Sport, Ehrgeiz und Gaudi. Und ein Ort, wo große Sprüche erlaubt sind. „Wir haben die attraktivsten Frauen auf dem Feld. Da ist ein Sonderpreis fällig“, sagt beispielsweise der Kleinglattbacher Ortsvorsteher Eberhard Berg.

Vaihingen. Acht Mannschaften kämpfen am Donnerstagabend um die Meisterschaft der Stadtteile. Beim Beach-Indiaca, einer Veranstaltung der Vaihinger Kreiszeitung in Zusammenarbeit mit der Indiacagruppe des TSV Enzweihingen, gibt es dieses Mal einen neuen Sieger. Nach Aurich (dieses Mal nicht dabei) und Gündelbach holt 2017 das Team aus Ensingen den ersten Platz. Holger Außermeier, Sebastian Striegel, Axel Fink, David Rösler und Norienne Sparmann schlagen im Finale Roßwag mit 17:9 Punkten. Sie bekommen von VKZ-Verkaufsleiter Volker Blessing, der das Turnier moderiert, und Redaktionsleiter Uwe Bögel die Siegerurkunde und sechs Flaschen Wein. Die Roßwager mit Ortsvorsteher Rolf Allmendinger an der Spitze, die ebenfalls wie Ensingen kein einziges Spiel in der Vorrunde verloren haben, können sich noch über vier Flaschen Wein freuen. Auf Platz drei kommt Gündelbach, das Riet im kleinen Finale mit 14:13 besiegt.

Auf Platz fünf landet Horrheim, das Enzweihingen im entscheidenden Spiel 15:13 schlägt. Im Spiel um Platz sieben hat Vaihingen gegen Kleinglattbach (14:20) das Nachsehen. Die Truppe mit Bürgermeister Klaus Reitze an der Spitze bekommt die rote Laterne. „Wir haben bei sehr schlechten Wetterbedingungen nur einmal trainieren können – und da war nicht mal die volle Mannschaft da“, sagt Stadtsprecherin Martina Fischer. Gündelbach, der Vorjahressieger, hat am Donnerstagabend keine Ambitionen auf den Titelsieg. Ortsvorsteher Thomas Fritzlar, der mit Weizenbier und Prosecco im Schlepptau auf den Marktplatz kommt, zieht sogleich einen Zettel. Darauf steht: „Warum wir dieses Mal nicht gewinnen wollen? Weil wir andere Mannschaften auch mal gerne gewinnen lassen wollen.“ Auch das Team aus Roßwag, traditionell in T-Shirts der Lembergerland-Kellerei, verzichtet nicht auf Doping. Christian Kaiser hat Novum, Blanc de Noir und Muskattrollinger dabei. Zwischen den Spielpausen – jede Mannschaft spielt zweimal drei Minuten – machen es sich die Roßwager auf den Strandleben- Stühlen bequem und nippen an den „leistungsfördernden Substanzen“.

Bei dem Beach-Indiaca sind immer vier Spieler, davon mindestens eine Frau, auf dem Feld. Maximal dreimal darf der gefederte Ball gespielt werden, dann muss er über das Flotte Netz fliegen. Der Sieger der Partie bekommt vom Team von Inge und Jürgen Zimmermann zwei Punkte, bei einem Unentschieden gibt es einen Punkt, der Verlierer erhält null Punkte.

Die Kleinglattbacher kommen wie die Vaihinger mit einem großen Kader zum Turnier. Sie können in der zweiten Halbzeit die Spieler komplett auswechseln. Ein Training schaffen die Mannen und Frauen um Ortsvorsteher Berg nicht. „Am Dienstagabend haben wir üben wollen. Da hat es geregnet wie die Sau und wir sind gleich ins Da Vinci.“ Auch die Rieter Trainingsbemühungen scheitern am Wetter. „Die Mannschaft ist aber trotzdem fit“, ist Ortsvorsteherin Nicole Müller zuversichtlich. Die Ensinger um Holger Außermeier haben einmal den Umgang mit dem Indiaca geprobt. Mit David Rösler haben sie sich noch den Sohn des Landtagsabgeordneter Markus Rösler geholt, der dieses Mal nicht mitmachen kann. Das Enzweihinger Team um Ortsvorsteher Matthias Siehler ist in dieser Besetzung zum ersten Mal auf dem Sand. „Wir geben aber unser Bestes“, so Siehler. Und nach den Spielen sein Kommentar: „Wir haben immer nur knapp verloren. Das nächste Jahr kommen wir auf Platz drei.“ Auch Berg ist mit Platz sieben nicht unglücklich: „Unser Minimalziel ist der vorletzte Platz – und den haben wir erreicht.“

„Mit Ensingen und Roßwag stehen die zwei richtigen Mannschaften im Endspiel“, kommentiert Volker Blessing das Finale. Und die Ensinger machen von Anpfiff an Druck. Mit 9:3 werden die Seiten gewechselt. Ensingen punktet auf dem Sand weiter, an der Außenlinie zählt Holger Außermeier die Spielzüge auf. 17:9 ist der Endstand. Zweieinhalb Stunden sportliche Gaudi auf dem Strand sind zu Ende.

Eine Bildergalerie zum Beach-Indiaca auf www.vkz.de.

Quelle: Uwe Bögel, Vaihinger Kreiszeitung, 29. Juli 2017 (https://www.vkz.de/lokales/vaihingen/flotte-sprueche-ein-bisschen-doping-und-ein-minimalziel/)