1. Vaihinger Beach-Indiaca
06. August 2015
Acht Mannschaften der Stadtteile messen sich am Netz
---

Auricher Schnecken siegen im Sand
 
Bericht und Bilder: VKZ

    

Prima Stimmung und Kampfgeist beim Strand-Indiaca

Es wurde hart gekämpft, und sogar launige Rufe nach dem Sportgericht wurden laut: Das erste Vaihinger Beach-Indiaca-Turnier verwandelte am Donnerstag
den Stadtstrand am Rathaus in eine heiße Arena mit Spiel und Spaß.

VAIHINGEN. „Schöner Ballwechsel! Das ist toll!“ Erika Gaessler, Urgestein der Vaihinger Kernstadt, steht am Indiaca-Spielrand im Sand und klatscht begeistert. Beim ersten Beach-Indiaca-Turnier im Vaihinger Sandstrand am Donnerstag liegt gelöste Stimmung und Kampfgeist in der Luft. Die Aktion der Vaihinger Kreiszeitung in Zusammenarbeit mit dem TSV Enzweihingen trotzt den tropischen Temperaturen.

Acht Mannschaften messen sich ab 18 Uhr am Netz. Dabei sind alle Vaihinger Stadtteile außer Horrheim. Aufgerufen waren die Ortsvorsteher und Verwaltungschefs, eine Mannschaft mit sechs Spielern aus dem Ort zu melden. Darunter sollten zwei Frauen sein und möglichst Spieler aus den politischen Gremien oder sonstige Lokalprominenz.

Schon vor dem Turnier werden von den Mannschaften Pflöcke eingerammt. Roßwags Spieler namens „Lemberger Land“ gönnen sich bei deutlich über 30 Grad Celsius ein Schlückchen Ross-Secco vor dem Wettkampf im Sand. „Um die Nerven zu beruhigen“, sagt Ortsvorsteher Rolf Allmendinger. Außerdem sei ein echter Roßwager das gewohnt, lässt Spielerin Beate Mäule wissen. Kleinglattbachs Ortsvorsteher Eberhard Berg stellt vorab klar: „Wenn wir verlieren, liegt das nicht an uns, sondern an den widrigen Umständen.“ Thomas Fritzlar, Ortschef von Gündelbach, erinnert an Abseitsregeln, „das einzige, was ich vom Sportplatz kenne“.

Die Mannschaft der Kernstadt läuft ein. Sie sind „Die Kernigen“ und haben mit Pressesprecherin Martina Fischer sogar eine Betreuerin an ihrer Seite, wie diese selbst sagt und schallend lacht.

Teilweise stellen sich die Mannschaften in eigens gefertigten Shirts der Herausforderung. So geben die Auricher mit ihrem Slogan „gen Aurich tiges Schneggatempo“ zunächst Rätsel auf. Fischer von den Kernigen knackt die harte Nuss: „Genau richtiges Schneggatempo.“ Volker Blessing, Verkaufsleiter der VKZ und mit Redaktionsleiter Uwe Bögel Ideengeber der Aktion, begrüßt die Mannschaften samt Schlachtenbummlern. „Das sieht ja relativ einfach aus“, kommentiert er, nachdem Inge Zimmermann gemeinsam mit ihrem Gatten Jürgen den Umgang mit dem gefederten Indiaca-Ball vorgestellt hat. Inge Zimmermann ist Übungsleiterin der Indiaca-Gruppe der Turnabteilung TSV Enzweihingen und hat mit ihren Helfern das Netz im Blick. Zehn Leute vom Verein sind an dem Abend im Einsatz.

Die acht Mannschaften sind in zwei Gruppen eingeteilt, die zunächst untereinander ihre Favoriten bestimmen. Die Rathausuhr zeigt kurz vor 18 Uhr, als Moderator Albert Arning das Spiel für eröffnet erklärt. Aurich gegen Riet, zweimal drei Minuten lang, macht den Auftakt. Zwölf Spiele lang wird um den Einzug ins Halbfinale gekämpft.

„Das Spiel ist hochdramatisch“, findet Albert Arning bei Vaihingen gegen Roßwag. Mit einem „jetzt kommt die Geheimwaffe“, begrüßt Arning kurz nach 18 Uhr Markus Rösler bei der Mannschaft „Ensiaca“ aus Ensingen. Der Landtagsabgeordnete sei ja normal Tischtennisspieler, plaudert Arning aus dem Nähkästchen.

Mit „Enz gegen Metter“ kündigt Arning das Spiel Enzweihingen gegen Gündelbach an. „Hey, der Reitze trickst aber“, erkennt der Moderator bei Bürgermeister Klaus Reitze im Spiel Vaihingen gegen Enzweihingen. „Fuß raus Nano“, schreit’s vom Spielfeldrand einem Lokalmatador zu.

Unweit davon verkündet Betreuerin Fischer der restlichen kernigen Mannschaft: „Wir gehen vor’s Sportgericht!“ Das sei doch alles Schmu, nur Vaihingen und Enzweihingen würden das geforderte Mannschaftsprofil erfüllen. Der Kernige Eberhard Zucker feuert derweil die Mannschaft auf dem Sandplatz an: „Armin, Konzentration, net so läppisch!“ Albert Arning lobt ins Mikrofon: „Hervorragend, Herr Rösler, aber der Einsatz war leider umsonst.“

Ensingen hat zweimal trainiert, aber beide Male ohne den Abgeordneten, ist zu erfahren. Vaihingen hat „am Dienstag trainiert, das war total lustig, die Gegenmannschaft haben unsere Junge gestellt“, verrät Sigrun Zucker. Von „null Trainingsphase“, spricht der älteste Spieler des Abends, der Roßwager Hans-Dieter Eisinger.

Aurich wurde am Sonntag auf dem Beachplatz von Spielerin Susanne Schray gecoacht – zwei Stunden lang bis zum Einbruch der Dunkelheit und zur Freude der stechenden Mücken.

Zügig wird durchgespielt, weshalb aus dem Publikum der Wunsch nach einem Halbfinale aufkommt. Ab 19.50 Uhr spielt deshalb der Zweite der Gruppe 1, Ensingen, gegen den Ersten der Gruppe 2, Enzweihingen und der Erste der Gruppe 1, Aurich, gegen den Zweiten der Gruppe 2, Vaihingen. Dann steht fest: Vaihingen und Enzweihingen spielen um den dritten Platz. Enzweihingen gewinnt. Das bleibt nicht ohne Folgen. Wie gemunkelt wird, soll diese Partie nochmals privat und mit anschließendem Grillen ausgefochten werden.

Im Finale treffen sich Ensingen und Aurich. Die Mannschaften schenken sich nichts. Mit einem Spielstand von 14 zu 14 wird in die zweimal einminütige Verlängerung gegangen. Aurich gewinnt das Spiel und den Hauptpreis des Tages, eine Stocherkahnfahrt auf der Enz. Außerdem will Ortsvorsteherin Helga Eberle für diesen Fall ein Essen springen lassen, erklären die glücklichen Gewinner.

Weitere Platzierungen: Platz 8, Kleinglattbach, beim nächsten Mal geht’s nicht unter dem ersten Platz, orakelt Ortsvorsteher Berg. Platz 7, Roßwag, Ortsvorsteher Allmendinger: „Von hinten gesehen der zweite Platz.“ Der 6. (Riet) und 5. Platz (Gündelbach) bekommen lautstarken Jubel aus dem Publikum. Moderator Volker Blessing resümiert: „Es hat ganz, ganz viel Spaß gemacht.“ Und Indiaca-Übungsleiterin Zimmermann lobt: „Es gab schöne Spielzüge und es wurde sehr diszipliniert gespielt.“



Blick auf die Beach-Anlage
 
   

Einsatz bei den Kernigen
der Kernstadt

Sigrun Zucker reckt sich
nach der Indiaca
   

Helferinnen vom
TSV Enzweihingen
im Einsatz

  Riet kämpft gegen Ensingen
   
   

 Die Zuschauer verfolgen interessiert
das Spiel
   

Jürgen Zimmermann (links)
und Christian Kuhnert vom TSV
bei der Auswertung

Heidi Hees beim Aufschlag

Konzentration bei Riet

Die Finalisten Ensingen
 und Aurich im Duell

Die Sieger aus Aurich mit ihren
Schneckenmaskottchen

Entspannung nach dem Spaßturnier
   

back

<< Homepage